Stolpersteinverlegung in Baden-Baden


Baden-Badener Schüler putzen Stolpersteine

 

„Hier wohnte“ steht auf den Stolpersteinen des Künstlers Gunter Demnig, mit denen er die Opfer des Nationalsozialismus aus der Anonymität in den Vernichtungslagern zurück in ihre Heimatorte holt. Es folgt ein Name, ein Geburtsdatum, und die Daten von Vertreibung, Deportation und Ermordung. Deutlicher als mit diesem dezentralen Denkmal kann man es nicht zeigen: die Ausgrenzung nahm hier bei uns ihren Anfang. Hier lebten Menschen, die plötzlich keine Nachbarn und Freunde mehr hatten, die zu ihnen standen.

 

  

Die nächste Stolpersteineverlegung findet am 19.02.2018 im Stadtteil Oos statt!

Verlegestellen

10:00 Uhr   Beethovenstraße 2             Benno, Evan, Henriette, Leofried Durlacher

11:30 Uhr   Rheinstraße 191                 Eugen Burkard gen Kutter, Jg. 1907

12:15 Uhr   Sinzheimer Straße 38          Karl Kromayer, Jg. 1875

12:35 Uhr   Sinzheimer Straße 36          Hermann Bausen, Jg. 1896

12:55 Uhr   Ooser Bahnhofstraße 12      Leopold Roos, Jg. 1853

13:20 Uhr   Ooser Bahnhofstraße 13      Jakob Freidrich Roos, Jg. 1889; Helena Roos, geb. Baer, Jg. 1899;
                                                         Hans Roos, Jg. 1921; Gretel Roos, Jg. 1924

13:40 Uhr   Bahnweg 3                        Stefanie Schmitt, Jg. 1906

14:00 Uhr   Ooser Sophienstraße 4        Maria Franziska Eisele, Jg. 1895

14:20 Uhr   Ooser Hauptstraße 18         Ernst Mainzer, Jg. 1886; Olga Mainzer geb. Salomon, Jg. 1889; 
                                                         Alfred Mainzer, Jg. 1920; Herbert Mainzer, Jg. 1920

14:40 Uhr   Ooser Inselstraße 4             Alphons Stiefel, Jg. 1897

 

Am Abend des 19.02.2018 spricht um 19 Uhr Prof. em. Dr. Heiko Haumann (Uni Basel) im Stadtmuseum Baden-Baden über:

"Die Akte Zilli Reichmann. Zur Geschichte der Sinti im 20. Jahrhundert"

 

„Straftat: Zigeunerin“ Mit dieser Begründung wurde die 18-jährige Zilli Reichmann

1942 in Straßburg verhaftet und ein Jahr später in das berüchtigte „Zigeunerlager“ im KZ Auschwitz-Birkenau eingeliefert. Ihre kleine Tochter und ihre Eltern wurden 1944 ermordet, sie selbst überstand die KZ-Haft und konnte nach Kriegsende ein neues Leben beginnen.

Doch die Diskriminierungen hörten nicht auf. Die juristische Aufarbeitung der Verbrechen durch Prozesse gegen NS-Täter, in denen auch Zilli Reichmann als Zeugin befragt wurde, blieb unzureichend. Seit den 1970er Jahren verstärken sich die Versuche, die in der Bundesrepublik lebenden Sinti zur Sesshaftigkeit zu bewegen und in die Gesellschaft zu integrieren. Doch immer noch ist der Umgang mit dieser Bevölkerungsgruppe gekennzeichnet von Romantisierungen auf der einen und extremer Diskriminierung auf der anderen Seite.

Heiko Haumann erzählt in seinem Vortrag an ihrem Schicksal entlang die Geschichte der Sinti im 20. Jahrhundert. Es ist eine lange Geschichte der Abwertung und Verfolgung, von der sich Lebensweise, Selbstwahrnehmung, Ängste und Erwartungen der Sinti bis heute nicht trennen


In Kooperation mit Arbeitskreis Stolpersteine und Volkshochschule Baden-Baden

Die pflastersteingroßen Würfel werden ins Straßenpflaster vor den letzten selbst gewählten Wohnungen der Verfolgten eingelassen. Bisher hat der Bildhauer Gunter Demnig über 38 000 Steine in vielen europäischen Städten verlegt - zusammen mit Menschen, die heute dort leben und sich für das Projekt engagieren.

Die Stolpersteine werden über Patenschaften finanziert. Für seine Initiative bekam der Künstler 2005 das Bundesverdienstkreuz, 2012 den Marion Dönhoff Preis.

 

Mehr zu Aktionen in Baden-Baden finden Sie unter “Stolpersteine“

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Bildlegende: Schüler putzen die Stolpersteine im Januar 2013